Meldungen Details

Unter Corona-Bedingungen: DRK-Kitas betreuen wieder mehr Kinder

Neustart mit frischen Ideen und viel Motivation

Foto: Susan Spangenberg, Kita-Leiterin im Janusz Korczak-Haus in Langenbek, zeigt die Reihe der Steine, die Familien in der Corona-Zeit bemalt haben.

„Wir erwarten in dieser Woche unsere Viereinhalbjährigen zurück“, sagt Susan Spangenberg. Die 31-Jährige leitet die Kita Janusz Korczak-Haus in der Scheeßeler Kehre, eine von insgesamt 17 Kitas des DRK-Kreisverbandes Hamburg-Harburg. Das DRK setzt die Vorgaben der Stadt Hamburg um, die ab Donnerstag, 4. Juni, einen „reduzierten Regelbetrieb“ vorsehen. Das heißt, es werden zusätzlich zu Kindern berufstätiger Eltern in „systemrelevanten Bereichen“ und von Alleinerziehenden auch alle Kinder betreut, die innerhalb des nächsten halben Jahres das 5. Lebensjahr vollenden, sowie deren Geschwisterkinder oder Kinder desselben Haushalts. Vorschulkinder können bereits seit etwa Mitte Mai wieder die Kita besuchen.
Kita-Leiterin Susan Spangenberg und ihr Team freuen sich auf die Rückkehr „ihrer“ Kinder, auch wenn es manches zu bewältigen gilt und noch lange nicht alles wieder „normal“ sein wird. Dass im Eingangsbereich der Kita eine „Übergabezone“ markiert ist, in der Eltern sich von ihren Kleinen verabschieden, statt sie in die Gruppenräume zu bringen, ist nur eine von vielen Änderungen gegenüber der Vor-Corona-Zeit. Wo immer es geht, wird auf Abstand geachtet, auch Hygiene spielt eine zentrale Rolle: Mehrfach am Tag werden Kontaktflächen gereinigt, mit den Kindern wird Händewaschen, Hust- und Niesetikette geübt. Eine weitere wichtige Veränderung ist, dass jede Kita-Gruppe für sich bleibt, sowohl im Haus als auch draußen. „Wir haben zum Glück ein sehr großes Außengelände, und jede unserer fünf Gruppen hat einen eigenen zusätzlichen Bewegungsraum“, freut sich Kita-Leiterin Susan Spangenberg.
„In unseren 17 Kitas sind wir gut gerüstet und stellen uns der Herausforderung, die von der Stadt vorgegebenen Maßnahmen so umzusetzen, dass wir den Kindern, den Familien sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht werden“, erklärt Sigrun Deneke, beim DRK Hamburg-Harburg Geschäftsführerin für den Bereich Pädagogik. „Die Teams haben die Situation hervorragend bewältigt und für sich sogar positiv genutzt.“
In der Kita Janusz Korczak-Haus haben die Mitarbeitenden um Susan Spangenberg zum Beispiel die pädagogischen Konzepte überarbeitet oder Elterngespräche besonders intensiv vorbereitet. „Viele Kolleginnen und Kollegen kommen jetzt entschleunigt, mit frischen Ideen und großer Motivation zurück in die Kita.“ Die Leiterin erwartet, dass im Janusz Korczak-Haus in Kürze wieder etwa die Hälfte der sonst 105 Kinder von 22 pädagogischen Kräften betreut werden. Andere Kitas des DRK Hamburg-Harburg rechnen zeitnah sogar mit bis zu 80 Prozent der Kinder.
Während der gesamten Corona-Zeit haben die Erzieherinnen und Erzieher den Kontakt zu den Familien nicht abreißen lassen. „Es wurden Informationen per Mail verschickt, außerdem richtige Briefe geschrieben und zum Teil persönlich bis an die Haustür gebracht. Dabei gab es die Gelegenheit zum kurzen Gespräch auf Abstand“, schildert Susan Spangenberg. Das gleiche Ziel hatte auch eine Aktion auf dem Kita-Außengelände: „Wir haben die Familien mit großem zeitlichen Abstand und unter Einhaltung aller sonstigen Maßnahmen eingeladen, mit ihren Kindern einen Stein zu bemalen, der dann als Teil eines ,Denkmals‘ ausgelegt wurde. Das ist bei Eltern und Kindern sehr gut angekommen.“ Die lange Reihe von bunten Steinen zwischen Eingangstor und Kita-Haustür wird dann an das Frühjahr 2020 erinnern, wenn Corona hoffentlich kein Thema mehr ist.

Informationen zu den 17 Kitas des Harburger Roten Kreuzes sowie den weiteren Angeboten finden sich im Internet unter www.drk-harburg.hamburg.

Zurück

Navigation überspringen