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Sport für Menschen mit beginnender Demenz

DRK und HNT mit speziellem Angebot

Foto: Spaß steht im Mittelpunkt des Sportangebots von DRK und HNT speziell für Menschen mit beginnender Demenz.

„Wie geht es Euch heute?“, fragt Christa Kraska zu Beginn des Trainings in die Runde. Fast alle Teilnehmer recken den Daumen nach oben, bei den anderen hakt die Trainerin noch einmal gezielt nach. Dann lässt sie die Männer und Frauen, überwiegend im mittleren Lebensalter, zum Aufwärmen im lockeren Laufschritt ein paar Runden drehen. Später kommen dann große, bunte Bälle zum Einsatz, die die Teilnehmer einander zurollen oder werfen. Dabei sollen sie sich mit Vornamen anreden. Manchmal gelingt das, manchmal nicht – doch alle sind sichtlich mit Freude dabei.
„Es geht bei diesem Angebot darum, besonders Menschen im frühen Stadium einer dementiellen Erkrankung die Möglichkeit der Teilhabe zu bieten. Besonders, wenn sie in relativ jungen Jahren erkranken, ist sportliche Aktivität wichtig und vereint viele positive Aspekte“, erklärt Isabelle Nakhdjavani-Brauner, Projektleiterin Frühe Demenz beim Harburger Roten Kreuz. „Körperlich aktiv zu sein, schafft Lebensqualität, und es wirkt sich positiv auf die Hirnleistung aus. Die Teilnehmer werden gefordert, aber nicht überfordert. Das Training fördert Koordination und Konzentration und auch die Beweglichkeit. Im Mittelpunkt steht jedoch immer der Spaß und ein rücksichtsvolles Miteinander.“ In Hamburg ist es das erste Rehasport-Angebot dieser Art.
Während die Gruppe im Sportraum ihre Übungen macht, sitzen die Angehörigen, meistens Ehepartner, im Foyer zusammen. „Es ist auch für uns ein gutes Gefühl hier zu sein, denn wir merken ja, dass wir unserem Partner damit etwas Gutes tun“, berichtet eine Frau aus Neugraben. Ihr Mann sei durch den Sport körperlich ruhiger geworden, „gleichzeitig sagt er auch mal etwas, wenn er angesprochen wird. Die Kommunikation mit ihm hat sich verbessert.“
Ein Mann erzählt, dass seine Lebenspartnerin bis vor kurzem noch am regulären Vereinssport teilgenommen hat. „Doch das war nun einfach nicht mehr möglich, da stießen alle an ihre Grenzen.“ Die Umsitzenden nicken, sie kennen die Situation. „Wir geben uns gegenseitig Tipps, tauschen uns aus. Ich freue mich jede Woche darauf, hierher zu kommen“, sagt eine Frau. In der Runde der Gleichbetroffenen könne man offen sprechen. „Über eine Demenz zu reden, ist anders als über einen Beinbruch.“
Die Rehasport-Gruppe für Menschen mit Demenz in einem frühen Stadium trifft sich jeden Donnerstag um 14 Uhr im FitHus, Am Johannisland 2. Das Training dauert 45 Minuten. Ein Einstieg für neue Teilnehmer ist fortlaufend möglich. Kooperationspartner sind neben dem DRK Harburg und der HNT auch das Asklepios Klinikum Harburg sowie verschiedene Fachärzte.
Für die Teilnehmer ist das Angebot kostenlos: Wer im Asklepios Klinikum oder beim Haus- oder Facharzt mit der Diagnose Demenz behandelt wird, erhält eine Empfehlung oder Verordnung zur Teilnahme am Rehasport. Die Kosten übernehmen dann die Krankenkassen. Interessierte werden vorab zu einem Gespräch beim DRK Harburg eingeladen, dabei kann im Bedarfsfall auch Hilfe bei der Antragstellung geleistet werden. Nähere Informationen gibt beim DRK Isabelle Nakhdjavani-Brauner, Tel. 040 / 766092-585 oder E-Mail: i.nakhdjavani-brauner@drk-harburg.Hamburg.

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