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Früher Straßenjunge, heute Buchautor

Dominik Bloh liest am 22. November (19 Uhr) zugunsten des Harburg-Huus‘

Dominik Bloh lebte insgesamt elf Jahre auf der Straße. Nachts schlief er im Park und ging tagsüber weiter zur Schule. Immer wieder fiel er durch das Netz von Ämtern und Sozialstaat, hatte Schulden, Probleme mit Gewalt und Alkohol. Ein Wandel kam mit der so genannten Flüchtlingskrise: Bloh ging zu den Hamburger Messehallen und half dort mit, Kleiderspenden zu sortieren. Über die daraus entstandenen Kontakte bekam er wieder Boden unter den Füßen, fand eine feste Bleibe und einen Job in einer Schule.
Schon in seiner Zeit als Wohnungsloser las Bloh viel und machte sich Notizen. Ende 2017 gab ihm der Ankerherz-Verlag aus Hollenstedt die Möglichkeit, seine Geschichte als Buch zu veröffentlichen. Als im Sommer 2018 das Harburg-Huus des Harburger Roten Kreuzes mit 15 Schlafplätzen und einer Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose den Betrieb aufnahm, war Bloh als Gast bei der Eröffnungsveranstaltung dabei. Eindrucksvoll berichtete er davon, wie viel ihm als Straßenjunge eine Duschmöglichkeit, eine Tasse Kaffee und vor allem eine nicht von Vorurteilen, Mitleid oder Verachtung geprägte Begegnung mit Menschen bedeuteten.
Auf Initiative der Fischhalle im Harburger Binnenhafen gibt es nun eine Benefiz-Lesung am 22. November um 19 Uhr.
Alle Einnahmen werden gespendet und kommen dem Harburg-Huus im Außenmühlenweg zugute, das keine öffentliche Förderung erhält und auf finanzielle Unterstützung dringend angewiesen ist. Der Eintritt zur Lesung beträgt 10 Euro, Karten können an der Abendkasse erworben oder unter literatur@fischhalle-harburg.de reserviert werden.
Mit seinem Buch „Unter Palmen aus Stahl“ will Dominik Bloh auf die Probleme von obdachlosen Menschen hinweisen und ihnen „ein Gesicht geben“. Daran ist auch dem Harburger Roten Kreuz gelegen: Obdachlosigkeit ist ein Thema, das uns zunehmend angeht und auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu finden ist. Deshalb wird es künftig in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungen als „Momente der Begegnung“ geben, gefördert von der Deutschen Postcode Lotterie. Die Lesung mit Dominik Bloh ist die erste dieser Veranstaltungen.
Das Harburg-Huus des DRK als Tagesaufenthalts- und Übernachtungsstätte für obdachlose Menschen war vom ersten Tag an gut besucht und hat sich in kurzer Zeit zu einer wichtigen Anlaufstelle für wohnungslose Menschen entwickelt. Im Harburg-Huus kann man nicht nur unterkommen, sondern ganz konkrete Hilfe finden. Sozialarbeiter unterstützen die Gäste zum Beispiel im Kontakt mit Behörden, bei der Arbeits- und Wohnungssuche.

Bildunterschrift:
Buchautor Dominik Bloh (re.) mit Thorben Goebel-Hansen, dem Leiter der DRK-Obdachlosenhilfe im Harburg-Huus am Außenmühlenweg.

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